FAQ

Was ist ein Brustkrebstattoo?

Es gibt verschiedene Möglichkeiten diese Frage zu beantworten.

  • Tätowierung zur Überdeckung einer Mastektomienarbe
  • Nachbildung einer Brustwarze (Pigmentierung)
  • Tätowierung an der Brust ohne die Narbe komplett zu verdecken
  • Tätowierung an einer beliebigen anderen Stelle (als Betroffene)
  • Tätowierung zur Erinnerung an oder aus Solidarität mit einer Betroffenen (z.B. Brustkrebsschleife)
  • Tätowierung zum Überdecken einer Narbe, die bei der Entnahme von Gewebe zum Brustwiederaufbau entstanden ist. (z.B. DIEP flap, TRAM flap, LAT flap)
  • Tätowierung zur Überdeckung einer Chemoport-Narbe

 

Lassen sich Narben übertätowieren?

Es folgt ein entschiedenes JA, NEIN und VIELLEICHT !!

Die Möglichkeit der Narbentätowierung hängt von verschiedenen Faktoren ab:

  • Art der Narbe
  • Tiefe der Narbe
  • Neigung zur Keloidbildung (Bildung von überschießendem Narbengewebe)
  • Nervenschäden im Narbenbereich
  • Alter der Narbe

Zusammenfassend lässt sich zu dieser Fragestellung bemerken, dass sich Narbengewebe von normaler, gesunder Haut dadurch unterscheidet, dass sie unebener, weniger elastisch, stärker vernetzt und weniger porig ist. Dadurch werden sich auch die Pigmente der Tattoofarbe im Narbenbereich anders verhalten, als im umgebenden Gewebe. Linien können weniger klar erscheinen, Schattierungen und Farbe benötigen evtl. mehrere Tätowiersitzungen.
Es muss damit gerechnet werden, dass durch bestehende Nervenschädigungen, der Tätowiervorgang im Narbenbereich schmerzhafter ist, als im gesunden Gewebe.
Ein gut ausgebildeter, erfahrener Tätowierer in einem seriösen Studio, das sich an Qualitätsstandards hält, wird ausführlich beraten und zusammen mit seiner Kundin eine Lösung für die individuellen Bedürfnisse, Probleme und Ansprüche finden.

 

Wie lange sollte man mit der Tätowierung nach einer Operation warten?

Narben benötigen Zeit zum Heilen. Der Zeitraum kann individuell sehr unterschiedlich sein.
Die Dauer von zwei Jahren bis zur Tätowierung halte ich für vernünftig.
Um ganz sicher zu gehen, empfiehlt es sich, mit dem behandelnden Arzt und dem Tätowierer Rücksprache zu halten.

Kann ich mich mit einem Lymphödem tätowieren lassen?

Das hängt von der Stelle des Ödems und von der des Tattoos ab.
Mit einem Ödem im Arm, ist von einer Tätowierung des Arms abzuraten.
Gegen ein Tattoo an der betroffenen Brust ist dabei grundsätzlich nichts einzuwenden.
Auch hier gilt der oben formulierte Absatz: Ein gut ausgebildeter, erfahrener Tätowierer in einem seriösen Studio, das sich an Qualitätsstandards hält, wird ausführlich beraten und zusammen mit seiner Kundin eine Lösung für die individuellen Bedürfnisse, Probleme und Ansprüche finden. Er wird sich auch nicht scheuen im Zweifelsfall den behandelnden Arzt zu Rate zu ziehen.

 

Sind Tätowierfarben schädlich?

Immer wieder erscheinen mehr oder weniger sachliche Berichte über die Giftigkeit von Tätowierfarben. Auch gibt es Bedenken, dass Tätowierfarben Hautkrebs auslösen könnten.
Laut Aussage des Dermatologen der Universitätsklinik Regensburg Professor Jürgen Bäumler, kann man keine exakte Aussage treffen, was mit den Tattoofarben im Körper passiert. Die Farben bleiben nur zum Teil in der Haut. Eine Verteilung im Körper, besonders in die Lymphknoten, findet statt. Prof. Bäumler führt aus, dass es  zurzeit keinen Beleg dafür gibt, dass Tattoos Hautkrebs auslösen können, rät aber dennoch zur Vorsicht.
Im Laufe der letzten Jahre ist immer weiter an der Verbesserung der Tätowierfarben gearbeitet worden. Bedenkliche Pigmente wurden identifiziert und ersetzt. Leider wird  in „Hinterhofstudios“ z.T. auch heute noch mit Materialien gearbeitet, die gesundheitsschädliche und auch giftige Stoffe enthalten. Billigsets z.B. aus China werden im Internet angeboten, die in keiner Weise den europäischen Standards genügen. Finger weg von solchen Farben und auch von den Menschen, die versuchen damit zu „tätowieren“.
In Deutschland gilt die TätoV (Tätowiermittel- Verordnung, vom 13.11.2008, geändert am 16.07.2014). Diese Verordnung verbietet in einer Liste schädliche Inhaltsstoffe, wie z.B. Azo- Farbstoffe oder primäre aromatische Amine. Wünschenswert wäre in Zukunft eine Positivliste, in der erlaubte, unbedenkliche Stoffe dokumentiert sind.
Tätowierfarben müssen heute steril produziert und mit einem Mindesthaltbarkeitsdatum versehen sein. Die Pflichtangaben auf dem Etikett umfassen eine Auflistung der wichtigsten Inhaltsstoffe, sowie Gefahr-, Lagerungs- und Warnhinweise z.B. hinsichtlich Allergiegefahr, sowie Aufbrauchfristen.
Wie auch bei vielen anderen Stoffen, sind allergische Reaktionen auf z.B. Nickel, Chromate oder Konservierungsstoffe möglich. Bei bekannten Allergien sollte das beim Tätowierer unbedingt angesprochen werden.
Ein anderes Problem stellen Fremdkörperreaktionen dar, die auch nach Wochen noch auftreten können. Der Körper versucht, die Partikel einzukapseln oder auszustossen.

Für Risikogruppen mit Vorerkrankungen oder Dauermedikamentierung empfiehlt sich immer, die Tätowierabsicht mit einem Arzt und dem Tätowierer zu besprechen.